HANDWERKSKUNST

Das Werk der unbekannten Handwerker vor der Vergessenheit bewahren
Wir benützen sie täglich, elektronische Geräte. Die Farbvielfalt in ihrem Inneren bleibt uns aber verborgen. Ein Grund für das „Verstecken des Inneren“ ist oft die Sicherheit, die verlangt, dass wir vor der Netzspannung geschützt werden müssen. Meistens gilt es auch, die empfindlichen Teile vor Schmutz oder Feuchtigkeit fern zu halten. Bei Luxusuhren hingegen wird oft gezielt das Innenleben sichtbar gemacht. Ist es aber fair, dass die Marke gefeiert wird, nicht aber die Mechaniker namentlich genannt wie bei Malern? Mit meinen Objekten will ich solche Werke ans Licht bringen. Was im Krieg mit dem Grab des unbekannten Soldaten bezweckt wird, soll hier das Werk der unbekannten Handwerker vor der Vergessenheit bewahren.
Jeder Mensch kann sich Künstler nennen
Ich nenne das Werk der unbenannten Handwerker nicht Schrott sondern KUNST. Der Begriff Kunst ist nicht geschützt. Es gibt absolut keine Messlatte, aber auch kein verlangtes Niveau. Wenn Kunst aus Menschenhand mit der Kunst der Natur verglichen würde, würde man vor Scham im Boden versinken. Die Kunst offenbart sich beim Aufschrauben, Auseinanderlegen und Arrangieren der elektrischen Geräte und Bauteile.









Ist es Retrokunst?
Meine Objekte als Retrokunst zu bezeichnen, trifft nicht ganz zu, weil ich teilweise keine Funktion hinzubaue, wenn sie schon viel Struktur bieten zum Betrachten. Einige Objekte konnten nur mit Fachwissen eines Elektronikers oder den Fähigkeiten eines Feinmechanikers aufgearbeitet werden. Ich habe auf beiden Branchen gearbeitet.
Anders als bei JEAN TINGUELY handelt es sich bei meinen Objekten um kleine elektronische Geräte, die weniger durch Grösse, Bewegung oder Geräusche beeindrucken, sondern durch Präzision, Farbvielfalt und robuste Bauweise. Geräte, die oft entsorgt werden, bevor sie überhaupt kaputt sind. Sie sind nur technisch überholt.